Einblicke
Datenschutztag 2026
Am 27. März 2026 fand im Hospitalhof in Stuttgart der diesjährige Datenschutztag der baden‑württembergischen Hochschulen statt. Zahlreiche Datenschutzbeauftragte und Fachinteressierte kamen zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen im Datenschutz und insbesondere über den Einsatz von Künstlicher Intelligenz an Hochschulen auszutauschen.
Den ersten Vortrag hielt Philipp Bunten vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Unter dem Titel „KI-Strategie und KI-Sicherheit“ stellte er die Herangehensweise des KIT bei der Entwicklung einer institutionellen KI-Strategie vor.
Bunten zeigte, wie Hochschulen eine KI-Strategie systematisch aufbauen können. Besonders betonte er, wie entscheidend es ist, technische Innovationen mit organisatorischen und datenschutzrechtlichen Anforderungen in Einklang zu bringen.
Im Anschluss widmete sich Prof. Dr. Rolf Schwartmann von der Technischen Hochschule Köln dem Thema „KI-Einsatz an Hochschulen – Herausforderung nicht nur für den Datenschutz“.
Ein besonderer Schwerpunkt seiner Ausführungen lag auf sogenannten Reallaboren als experimentellen Umgebungen sowie auf möglichen gesetzlichen Weiterentwicklungen, die die Nutzung von KI in Forschung und Lehre künftig deutlich verändern könnten.
Nach der Mittagspause präsentierten Jana Knecht und Elisabeth Lampart (nicht im Bild) von bwDigiRecht ihren Vortrag „Praxisnahe Vermittlung von KI-Kompetenzen – Rechtliche Anforderungen didaktisch umsetzen“.
Sie zeigten auf, wie Hochschulen die Vorgaben aus Artikel 4 der KI-Verordnung praxisnah umsetzen können. Thematisiert wurden insbesondere gesetzliche Anforderungen, mögliche Schulungsformate sowie Dokumentations- und Nachweispflichten.
Die Referentinnen gaben konkrete Empfehlungen, wie entsprechende Schulungs- und Qualifizierungsmaßnahmen sinnvoll strukturiert und organisatorisch verankert werden können.
Zum Abschluss präsentierte Jochen Kurz aus unserem eigenen Hause seinen Vortrag „Wer KI nutzt, delegiert – oder verliert die Kontrolle“.
Er legte den Fokus auf praktische Aspekte des KI-Einsatzes. Der Vortrag beschäftigte sich unter anderem mit den Grundlagen guter Promptgestaltung und den Risiken sowie einem möglichen Kontrollverlust bei der KI-Nutzung.
Kurz betonte eindringlich die Bedeutung eines bewussten, reflektierten Umgangs mit KI‑Systemen, um unerwünschte oder unbeabsichtigte Auswirkungen zu vermeiden.
Der Datenschutztag 2026 machte deutlich: Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz bietet Hochschulen große Chancen, stellt sie jedoch zugleich vor komplexe strategische, rechtliche und praktische Herausforderungen.
Ob Governance, Gesetzgebung oder konkrete Anwendungsszenarien – der verantwortungsvolle Umgang mit KI erfordert sowohl klare Strukturen als auch ein hohes Maß an Kompetenzentwicklung. Die Veranstaltung lieferte hierfür wertvolle Impulse und praxisnahe Orientierung für Hochschulen in Baden-Württemberg.